WordPress auf Smart Phones

Jedem Webdesigner dürfte inzwischen klar sein, dass Websites nicht länger nur für die Betrachtung im PC-Webbrowser entworfen werden dürfen. Zunehmend mehr Benutzer surfen mit mobilen Geräten, also Tablets und Smart Phones, im Internet, und es wäre ein großer Fehler, dieses Publikum zu vernachlässigen. Responsive Design ist also gefragt, Design, dass sich dem jeweils verwendeten Endgerät anpasst. Bei einem neuen Webdesign oder einem vollständigen Redesign einer existierenden Website ist es kein riesiges Problem, es gleich responsive zu gestalten. Was aber tun, wenn man als kleines Unternehmen, als Blogger oder vielbeschäftigter Freiberufler eine WordPress-Website betreibt, aber einfach keine Zeit, keine Lust oder keine Fachkenntnis hat, sie für die (inzwischen auch nicht mehr ganz so) neuen Endgeräte zu trimmen?

Diese Frage stellte sich mir auch. Mir mangelte es nicht an Lust oder Know-how, allein die Zeit für ein umfassendes Redesign fehlte. Also machte ich mich auf die Suche nach anderen Lösungen und wurde im Internet auch bald fündig. Inzwischen existieren einige Templates beziehungsweise Plugins, die parallel zum primären von der WordPress-Site genutzten Template arbeiten. Sie übernehmen die Media-Abfrage und nutzen zur Präsentation dann entweder das Original-Template der Website oder das für mobile Endgeräte abgestimmte. Das hat nichts mit Responsive Webdesign zu tun, funktioniert aber — zumindest als Übergangslösung. Zwei Tage lang habe ich mir folgende Lösungen genauer angesehen:

Die Plugins sind frei verfügbar, von WPtouch und Mobify gibt es allerdings kostenpflichtige Versionen mit mehr Funktionalität. Grundsätzlich gelangt man mit jedem dieser Plugins zu einem Ergebnis, wobei das WordPress Mobile Pack mit Vorsicht zu genießen ist, denn es ist zuletzt 2010 aktualisiert worden — bei mir funktionierte es aber mit WordPress 3.2.1. Den besten Eindruck machte Mobify — was u.a. fürs Wired-Magazine gut genug ist, kann ja nicht schlecht sein.

Entschieden habe ich mich aber letztendlich für keine dieser Lösungen, denn sie alle verlangen das, was ich ja nicht habe: Zeit, denn ohne Anpassungen geht es leider nicht.

Eine für mich brauchbare Lösung habe ich schließlich doch noch gefunden: das Handheld-Theme von Elegant Themes. Theme ist hier vielleicht nicht die geeignete Bezeichnung, denn tatsächlich handelt es sich auch wieder um ein Plugin. Jedenfalls gelangte ich mit Handheld relativ schnell zu einem halbwegs brauchbaren Resultat, ohne selbst viel Hand anlegen zu müssen. Nur »halbwegs brauchbar« deshalb, weil es letztendlich keine gute Idee ist, Inhalt, der ursprünglich für eine ganz normale Website vorgesehen war, unverändert für die Darstellung auf mobilen Endgeräten zu übernehmen. Dies ist aber ein grundsätzliches Problem und hat nichts mit dem jeweils eingesetzten Plugin oder Template zu tun. Ich sehe dieses Problem auch bei Websites, die direkt mit einem Responsive Design entwickelt wurden. Quetscht man Text, der in einer sagen wir mal 640 Pixel breiten Spalte gut aussieht, in eine nur noch 300 Pixel breite Spalte, sieht das Ergebnis je nach Länge des Textes einfach nur noch bescheiden aus. Responsive Design gut und schön, aber das allein reicht nicht, wir müssen auch unsere Inhalte gleich ganz anders gestalten.

Präsentation auf Desktop und Smart Phone

Zurück zu Handheld: Das Plugin als solches ist in Ordnung, viele Anpassungen sind nicht notwendig. Allerdings hat es auch (mindestens) eine Macke: Ist das Endgerät arg schmal, wie etwa das Samsung Wave (im Hochformat), dann schiebt sich die Search-Form über das Menü und letzteres ist nicht mehr brauchbar. Gut, CSS-Problem … kann ich selbst beheben. Aber genau das ist der Punkt: Ich habe mich ja für ein fremdes Plugin/Theme (und in diesem Fall sogar noch für ein kostenpflichtiges) entschieden, weil ich eben nicht selbst Hand anlegen will. Und damit zu meinem größten Kritikpunkt: Der Support von Elegant Themes ist der Rede nicht wert. Ich habe bescheiden angefragt, wie ich die Search-Form grundsätzlich oberhalb des Menüs anordnen kann, damit es zum gerade beschriebenen Problem nicht kommt. Das ist jetzt sieben Tage her (mit einer Erinnerung am sechsten Tag). Auf Antwort warte ich immer noch. Ich habe keine große Lust, mich durch fremden Code zu graben, werde es letztendlich aber wohl tun müssen, obwohl der Autor des Plugins die Frage, an welcher Stelle ich was ändern muss, schnell beantworten können sollte.



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